Bleed Me

Ablauf
In einer Blase gefangen finden die BesucherInnen die Künstlerin vor. Eine Assistentin verteilt Milchpackungen an die Gäste. Die Menge der Milch entspricht ungefähr dem Gewicht des Künstlerkörpers. Über einen Trichter füllen die Gäste die Milch in die Blase. Ein Assistent verteilt Becher und Nadeln. Die Gäste stechen Löcher in die Blase und fangen die herausspritzende Milch mit den Bechern auf und trinken sie und/oder die Blase platzt bei einem der Stiche

Konzept
Die Blase ist meine zweite Haut. Sie beschützt mich und sie schränkt mich in meiner Bewegungsfreiheit ein. Ich bin auf Hilfe angewiesen. Ich regrediere zu einem Embryo oder einem Säugling, der gestillt werden muss.Die Nadelstiche der Besucherinnen können mich verletzen, sich aber auch an der Milch laben und dafür sorgen, dass nicht alles verloren geht.

In der Performance setze ich mich mit den Urformen des Geborgenseins im Mutterleib und als Säugling auseinander. Im Optimalfall bekommt jeder Mensch wenigstens in dieser Phase seines Lebens seine elementaren Bedürfnisse befriedigt. Wie gefährdet ist dieses elementare Menschenrecht in unserer Gesellschaft? In anderen Gesellschaften?
Wie weit sind Künstler auf die Unterstützung anderer Sparten angewiesen? Wie empfindlich ist der Kosmos der Welt der Kreativberufe? Wer profitiert von wem?

September 2012,
Infr’action – International Festival of Performance Art
Séte, Frankreich

Dauer: ca 40 Min
Equipment: Eine Latexblase, 55 Liter Milch,
transparente Becher, Nadeln
Assistenz: Niki Stampe

Photos © Evelyne Goupy, Guillaume Chaplot, Niki Stampe