Rasengolem

Ablauf

Nach einem genauen Schnittplan schneiden die Künstlerin und ihre Assistentin Stücke aus vier Rollen Rollrasen. Mit den Rasenteilen legen sie auf der Wiese eine als Figur erkennbare Fläche aus. Die inzwischen weiß gekleidete Künstlerin legt sich auf die Rasenstücke. Sie beginnt mit Hilfe der Assistentin die Rasenteile an ihrem Körper zu befestigen, bis sie im Arm- und Kopfbereich die Ankleidearbeit ganz der Assistentin überlässt. Diese verteilt Blumen unter dem Publikum. Sie und das Publikum stecken die Blumen in den Rasenkörper der Künstlerin. Die Rasen-Blumen-Kreatur wird begossen und erwacht zum Leben. Mühevoll richtet sie sich unter der Last der feuchten schweren Rasens auf. Stehend verliert sie die ersten Stücke und befreit sich schließlich vollständig von der Rasenhülle.
 
Konzept

Rollrasen ist ein Zivilisationsprodukt, das dem Menschen den Umgang mit der Natur erleichtert, in dem er sie seinen Bedürfnissen anpasst.
 
Der Schaffung eines Golems, dem jüdischen Lehmgeschöpf, nachempfunden geht die Künstlerin in „Rasengolem“ den umgekehrten Weg der Schöpfung. Aus dem Mensch aus Fleisch und Blut wird ein mit Materialien der vom Menschen geformten Natur verschmolzenes Wesen.
In einer Art Beerdigungsritual erwecken die Lebenden das leblose Wesen.

Juli 2009, Initiative Urbanes Wohnen e.V.
grünen Achse München Schwabing, München

Equipment: Rollrasen, Bast, Blumen

Assistenz: Sabine Kuhn

Dauer: 90 Minuten

Fotos: Tom Gonsior

Video: